Dez
Juli
Ein sonniger Vormittag drei Tage später. Ich parke mein verdrecktes Mountain bike vor dem Harley-Shop und frage nach einer Heritage Softail, die ich für die nächsten 24 Stunden mieten will.
Der Verkäufer ist freundlich, sein Boss ist sauer. Er hat in meinem aufgeklappten Geldbeutel ein paar Visa-Logos erspäht.
“You have more credit cards than me.”
“Well, I’ve got more pending …”
Er wirft den Zündschlüssel vor mir auf den Tisch.
Ich grinse.
“Thank you.”
Ich hätte auch viel mehr Führerscheine dabeigehabt.
Bevor ich davondüse, stelle ich mein Mountain bike in die Garage neben die restlichen Harleys.
Die Maschine fährt sich geradeaus angenehm, setzt aber in Kurven und bei Bodenunebenheiten unten auf, und natürlich macht sie einen Heidenlärm. Kein Katalysator, kein ABS. Aber die Nachbarinnen werden mich ab sofort freundlicher grüßen. Wen interessieren schon innere Werte? — Die Illusion von billigem Chrom genügt.
Ich drehe am Gasgriff … Wind, Wärme, Sonne — auch eine Illusion: Freiheit. Über die Berge fahre ich auf die niederländische Seite der Insel und parke die Maschine vor dem Etablissement, gehe an der Außenseite entlang zu den Zimmerchen.
Die Mädels sind schon wach. Draußen hängt verschärfte Unterwäsche zum Trocknen. In den dunklen Gängen Gelächter aus offenen Türen, feucht aufgewischte Fußböden, freudig und erstaunt blickende Gesichter, gelegentlich sogar ein Mann — Bediensteter oder über Nacht geblieben.
Juli kennt mich noch, und sie freut sich. Wieder hüpft sie mir in die Arme und wuschelt durch meine Haare. Ich lege den über-Nacht-Betrag in Dollars auf ihr Nachttischchen. Zwischenzeitlich zwängt sie ihre an sich schon üppige Oberweite in ein viel zu kleines Push up-Top. Ich erhebe Widerspruch, weil ihre Brustwarzen manchmal ansatzweise zu sehen sind, aber sie grinst mich nur stolz an.
Wir fahren die Küste entlang. Ihre Hände sind um meine Taille, dann auf meinen Schultern, dann auf meinen Armen, manchmal auf meiner Brust oder meinem Bauch. Ich bin bisher selten ohne Protektorenkombi gefahren; die wenigen Ausnahmen waren immer ein gefühlvolles Erlebnis. Ich fahre wie im Vollsuff, aber ausgeglichen und intuitiv. Easy.
Wir halten an einem Aussichtspunkt, bestellen Käse-Sandwich und French fries. Amerikanisch. Schwer genießbar. Ich mache ein paar Bilder mit der digitalen Kamera, und Juli ist über die Resultate völlig aus dem Häuschen.
Wir düsen weiter … tanken unterwegs, halten kurz am Flughafen für noch ein paar Bilder mit Flugzeugen, und stoppen schließlich an einem paradiesischen Sandstrand.
Cupecoy beach. Am vorderen Ende werden Getränke, Grillfleisch und Textilien verkauft; Amerikaner und Europäer liegen bedeckt und nackt in der Sonne; das hintere Ende ist von schönen Männern besetzt. Juli steuert zielstrebig darauf zu. Ich versuche es noch mit dem Hinweis “gay”, und sie versteht auch, aber wir bleiben dann doch da. Wenigstens sind wir hier ungestört; der Bereich ist von vorne, wo die breite touristische Masse liegt, schon aufgrund der Entfernung nicht gut einsehbar.
Wir ziehen uns aus; ich bin nackt; Juli trägt noch einen weißen G-String. Mir wird heiß. Wir rennen ins Wasser und planschen herum. Sie fühlt sich verflixt gut an. Ich muß erstmal eine Runde tauchen, bevor ich wieder ans Ufer kann, und setze mich dann mit einer Fahnenstange gleich wieder hin. Ich angle nach meiner Unterwäsche.
Als ich aufschaue, posiert Juli im weißen Ritzenflitzer weithin sichtbar auf einem freistehenden Felsen. Selbstbewußt verlangt sie, ich solle Fotos machen. Sie hat verflixt recht — ich bin Experte. Normalerweise ist das der Punkt, wo die Sache abdreht, aber die umliegenden Jungs sind wirklich schwul. Keiner stört. Ich bin erstaunt.
Die Bilder mit Aufhellblitz sind gut geworden; wir betrachten sie auf dem Monitor. Juli kuschelt sich dann höchst merkwürdig in meinen Schoß; bevor sie meinen Steifen verschluckt, wechsle ich lieber die Stellung. Wir küssen uns; ich massiere verdeckt ihre Möse und überlege mir, wie ich unauffällig in sie eindringen könnte … nageln könnte ich sie … hier und jetzt.
“You better do that around the corner.”
Der wohlgemeinte Rat stammt von einem freundlichen Nachbarn, der Gedanken lesen und körperliche Anzeichen deuten kann.
Vorausschauenderweise packe ich gleich den Geldbeutel mit den Kondomen und den vielen Visa-Karten und klettere mit Juli über kleine Felsen “um die Ecke”. Erstaunt entdecken wir eine kleine Felshöhle, etwa zwei auf drei Meter Grundfläche, mit Sandboden und direktem Zugang zum Wasser. Wie gemacht zum … Ficken.
Wir knutschen und fummeln uns heiß. Unser Nachbar schaut zu, hält sich aber gut im Hintergrund. Der Sand ist ein Problem — er ist überall. Wir müssen zwischendurch ins Wasser, um Gesicht und Genitalien zu säubern. Ich rolle ein Kondom über, dringe ein und ficke die dunkle Prinzessin … wir liegen erst bergab, dann bergauf; der Sand ist überall, und selbst küssen wird zur knirschenden Angelegenheit. Wir gehen nochmals mit dem Unterkörper ins Wasser, dann lege ich mich wie beim ersten Abend auf den Rücken, und sie reitet mich. Gleichmäßig fickt sie meinen Ständer. Auf … ab … auf … ab … auf … ab. Ein atemberaubender Anblick. Entspannt genieße ich ihre Bewegungen.
Sie atmet. Sie jammert. Dann vibriert ihr Unterkörper in Wellen. Ein letzter Schrei … sie hält stille und sinkt schließlich auf mir zusammen. Wir kuscheln uns aneinander; ich streichle ihr über den Rücken und über ihr Haar, umarme sie. Ich liebe sie, aber ich sage es ihr nicht. Wir haben keine Zukunft, oder: Ich habe nicht die Courage für eine Zukunft. Und das sage ich ihr auch nicht. Genaugenommen spreche ich ja auch kein Spanisch. Aber ich habe sie bezahlt; mehr kann sie eigentlich nicht verlangen. Es tut mir ein bißchen leid.
Ich knie mich über sie, rolle das Kondom ab und wichse meinen Schwanz vor ihren Augen. Ihre Hände kneten meine Eier. Dann übernimmt sie. Aus den Augenwinkeln entdecke ich wieder unseren Nachbarn. Er ist auch gerade mit sich beschäftigt. Ich komme und spritze mein Sperma über ihre Brüste. Wir machen uns auf, um zurück zu unseren Sachen zu gehen, aber unser Voyeur will auch noch gesehen werden. Verzweifelt macht er auf sich aufmerksam, und in dem Moment kommt er auch schon. Ich schaue kurz hin. Frauen sind ästhetischer.
Wir legen uns zurück zu unseren Sachen. Nach einer Weile ziehen wir uns Unterwäsche an, gehen den Strand entlang und holen uns an einem Kiosk etwas zu futtern und zu trinken. Auf dem Rückweg bleibt Juli stehen und beginnt zu kichern. Sie schaut mir in die Augen, und dann pinkelt sie schamlos durch ihren weißen G-String in den Sand.
Später macht sie dasselbe nochmal im Sitzen. Selig schaut sie mich an. Es ist zwar nicht so ganz mein Ding, aber ich halte testweise doch einige Finger in den Strahl. Nicht nur warm — es ist heiß!
Ich lege meinen halbsteifen Schwanz auf ihren Oberschenkel. Es dauert ein bißchen, und dann pinkle ich ihr über einen langen Zeitraum hinweg stoßweiße auf ihren teilrasierten Busch. Ihr Gesichtsausdruck ist unbeschreiblich. Lust, Sehnsucht, Zerrissenheit. Ich fühle mich ihr sehr verbunden.
Unser Berater und Zuschauer von vorhin meldet sich wieder. Er würde gerne noch mehr sehen. Außerdem könne er auch mit einer Kamera umgehen, falls wir Bilder wollten. Das Angebot überzeugt.
Ich greife mir Kondome und Kamera, und wir verziehen uns wieder um die Ecke. Die Kamera ist schnell erklärt. Wir legen los … knutschen und fummeln. Unser Kollege blitzt ein paar Bilder, hat aber Probleme mit der Technik. Schließlich entscheiden wir uns zugunsten des Fickens statt der technischen Beratung. Ich lege hämmernd los, aber dann haben wir wieder unser Sandproblem. Wir brechen ab.
“Sorry, man …”
Kurz vor Sonnenuntergang machen wir uns auf den Rückweg zur am Kiosk geparkten und bewachten Harley. Juli trägt nur ein leichtes Sommerkleid, das ich ihr von einer Strandverkäuferin für ein paar Dollar gekauft habe. Ihr weißer G-String bleibt irgendwo zerrissen zurück.
Als wir an einer kleinen Ausbuchtung in den Felsen vorbeikommen, der die Stelle vom Strand aus etwas schwerer einsichtig macht, schiebe ich sie an die Wand. Ich trage noch immer das Kondom vom zweiten Anlauf über meinem halbsteifen, nein … steifen, Schwanz. Ich hebe ihr Kleid an, lasse meine Hose sinken, dringe von hinten in ihre Votze ein. Es könnte jederzeit jemand vorbeilaufen, von oben können wir gesehen werden — hier gibt es Spanner und Polizisten —, und der Gedanke an gelegentlich vorbeifahrende Yachten und Jet-Skis geilt mich noch mehr auf.
Ich hämmere in ihren Spalt, befummle ihre Brüste, zwirble die Warzen. Kurz vor dem Kommen ziehe ich das Kondom ab, drehe sie herum und spritze ihr meinen warmen, glitschigen Saft schubweise in die Hände. Erschöpft küsse ich sie und reinige ihre Hände mit weißem Sand.
Auf dem Weg zu meinem Appartement machen wir noch bei zwei, drei Motorradverleihs halt und erkundigen uns nach den Raten. Trotz elektronischer Diebstahlsicherung mit Fernbedienung für Zündunterbrechung, Erschütterungsalarm und durch den Stahlrahmen und um Laternen zu ziehenden Panzerschlössern werden Kautionen verlangt, die fast dem Neupreis der 125 cc Offroad-Maschinen entsprechen. Ich kann mich nicht durchringen, das Risiko einzugehen. Das Problem ist, die Maschine bei Nacht sicher zu parken — mir wurde schon vor dem Haus in der Innenstadt bis zum Morgen der Motor des Autos ausgeschlachtet —, und selbst dann habe ich schon glaubhafte Geschichten von Leuten gehört, die aus einem Auto heraus von der fahrenden Maschine geschlagen wurden.
Bei hereinbrechender Dunkelheit stelle ich fest, daß eine Wendel des Halogenscheinwerfers gebrochen ist — kein Abblendlicht. Ich fahre im Standlicht an einer entgegenkommenden, langsam fließenden Autokolonne vorbei, meine linke Hand die Augen abschirmend, weil meine mit getrocknetem Salzwasser beschlagene Brille solarisiert. Im letzten Augenblick erkenne ich eine Gestalt, die zwischen den Autoscheinwerfern hindurch meine Fahrbahnhälfte durchquert. Es reicht mir nicht mehr zum Ziehen der Kupplung und Vorderradbremse, aber ich trete wenigstens das Rückrad blockierend durch; irgendwie ist mir ein träger Aufprall lieber als eine mißglückte, nicht genügend stabilisierte Notbremsung. Das Hinterrad bricht quietschend aus, der Idiot hüpft von der Straße, und mit einsetzender Traktion richtet sich die Maschine wieder gerade aus.
Wir halten an einer Tankstelle, um einen neuen H4-Brenner zu kaufen. Das Absteigen im Kleid ohne Unterwäsche ist etwas problematisch.
Die Jungs wollen mir eine 100 Watt-Birne verkaufen; das sei kein Problem. Ich mache ihnen klar, daß ich hier nicht auf der Paris-Dakar bin und mich mit den Bullen nicht anlegen will; ich bin schon für bloßes Standlicht aus dem Verkehr gezogen worden.
Mit einem schweizer Messer öffne ich die Scheinwerferabdeckung und setze die neue Lampe ein. Test. Beide Wendeln funktionieren. Juli ist mir beim Zuschrauben behilflich. Ich hoffe, daß sie sich nicht zu tief bückt …
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